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BRÉVINE | eLexikon | Neuenburg - Le Locle - Brévine

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Brévine (Vallée de la)

Bild 41.354: Brévine (Vallée de la) - Brie-Dessus
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BRÉVINE# (LA) (Kt. Neuenburg, Bez. Le Locle). 1046 m. Gem. und Dorf, mitten im gleichnamigen Hochthal, / 239
BRÉVINE _2# (VALLÉE DE LA) (Kt. Neuenburg, Bez. Le Locle). Im Mittel 1050 m. Höchstgelegene und kälteste / 386

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BRÉVINE

3 Seiten, 627 Wörter, 4'336 Zeichen

Geographie Schweiz: Neuenburg — Le Locle — Brévine

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Torf als Brennmaterial zu benützen. 1842 Besuch des Königs Friedrich Wilhelm III., der der Gemeinde zum Bau eines Badehauses 7000 Thaler schenkte. (Vergl. Huguenin, le maire. La Juridiction de La Brévine im Musée neuchâtelois. 1884).

Brévine

(Vallée de la) (Kt. Neuenburg, Bez. Le Locle). Im Mittel 1050 m. Höchstgelegene und kälteste Thalschaft des Schweizer Jura; erstreckt sich vom Fuss des Sommartel im O. zum Fuss des Gros Taureau im W. auf eine Länge von 20 km und ist 2-3 km breit. Das Thal wird von zwei bewaldeten Bergzügen eingeschlossen: der Kette des l'Harmont im N., den Höhen von Fontenettes und dem Crêt de l'Oura l'Ouvra im S.;

es bildet ein 1820 ha umfassendes geschlossenes Becken, dessen Wasser durch den torfigen Boden unterirdisch in natürlichen Trichtern (entonnoirs) abfliessen.

Die drei wichtigsten Sammelpunkte des Wassers sind der Bied de La Brévine, der sich in einem Trichter w. vom Dorf verliert; der kleine Lac des Taillières, d'Etallières oder auch d'Etalières und der Weier von L'Anneta, beide mit bemerkenswerten Trichtern. Neuerdings von Prof. Schardt angestellte Untersuchungen haben die alte Ansicht bestätigt, dass die Wasser des Thales von La Brévine 6 km weiter sw. in der Stromquelle der Areuse wieder zu Tage treten. Der hierzu nötige Zeitraum schwankt mit den verschiedenen Jahreszeiten, indem er im September 1900 für das Wasser des Lac des Taillières 299 und im Mai 1901 für das des Weiers von L'Anneta 103 Stunden betrug.

Das Thal von La Brévine zählt zusammen 2300 Ew., die sich auf die Dörfer La Brévine und La Chaux-du-Milieu, sowie auf verschiedene Weiler (quartiers), z. B. La Chaux, Les Taillières, La Châtagne und Le Cachot, verteilen. Schöne Wälder und mit Bäumen bestandene prachtvolle Bergweiden rahmen das Thal ein. Haupteinnahmequelle der Bewohner bildet die Aufzucht von auserlesen schönem Vieh; man zählt heute ca. 2300 Stück Hornvieh, 200 Pferde und 600 Schweine.

Ziemlich bedeutend sind auch Holzhandel und Abbau der Torfmoore; Uhrenindustrie weniger wichtig als in früheren Jahren. Die Höhenlage des Thales bedingt dessen strenge und lange Winter, während welcher das Thermometer auf -26° und tiefer sinkt. Besonders beachtenswert ist auch seine Flora, deren Wasser und Moorpflanzen wahre Relikte aus der Eiszeit sind. Seltene Arten: im Lac des Taillières die Laichkräuter Potamogeton gramineus, P. rufescens, P. compressus, P. obtusifolius, P. prælongus und P. pectinatus;

auf Torfmooren Sumpf-Blumenbinse (Scheuchzeria palustris), eine Birke (Betula intermedia = Betula nana × pubescens; sehr selten), Torf-Segge (Carex heleonastes), Weisse Schnabelsaat (Rhynchospora alba), Schwimmender Igelkolben (Sparganium natans), Eingewachsene Korallenwurz (Corallorhiza innata), auf Rasen Weisse Platterbse (Lathyrus oder Orobus canescens), Oesterreichischer Ehrenpreis (Veronica austriaca), Allermannsharnisch (Allium victorialis), etc.