peter-hug.ch

Naxos | eLexikon | Geschichte - Griechenland - Neugriechenland

  • ️Peter Hug, Sollrütistr. 24, CH-3098 Schliern b. Köniz
  • ️Thu Aug 02 1579

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Navpaktos - Nazarener

Bild 62.215: Navpaktos - Nazarener
Seite 62.215.
Überblick der Artikel
4 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Naxos# (jetzt Naxia, vulgär Axia), Insel im Ägeischen Meer, die schönste und größte der Kykladen, / 499
Naxos _2# im Altertum Stadt auf der Ostküste von Sizilien, als die erste griechische Ansiedelung auf / 89
Naxos _3# jetzt Naxia, die größte und fruchtbarste unter den Cykladischen Inseln, 26 km südlich von / 456
Naxos _4# die älteste griech. Kolonie in Sicilien, beim jetzigen Kap Schisò, von Chalkis auf Euböa / 37

Seite 62.215

Naxos

2 Seiten, 1'081 Wörter, 7'239 Zeichen

Geschichte — Griechenland — Neugriechenland

Naxos,

jetzt Naxia, die größte und fruchtbarste unter den Cykladischen Inseln, 26 km südlich von Mykonos, 6 km östlich von Paros, mit 449 qkm und (1889) 15572 E., wird ihrer Länge nach von S. nach Naxos von einer aus Granit, krystallinischen Schiefern und Marmor bestehenden Bergkette durchzogen, deren höchster Gipfel, jetzt Ozia oder Dia, von den Alten Drios genannt, 1003 m Höhe erreicht. Gegen O. fällt das Gebirge steil nach dem Meere ab, an seine sanftere westl. Abdachung schließt sich eine hügelige Ebene an, in welcher Getreide, [* 3] Wein, Öl und Südfrüchte gedeihen. Wie im Altertum bildet Schmirgel (von der Ostküste) den Hauptausfuhrartikel (1888 für 585.720 Frs.).

Athen

Bild 52.24: Athen
* 4 Akropolis.

Die gleichnamige Hauptstadt der Insel liegt noch an derselben Stelle wie im Altertum, auf dem nördlichern Teile der Westküste in einer kleinen Strandebene am Fuß eines niedrigen Felshügels, der im Altertum die Akropolis, [* 4] im Mittelalter das befestigte Schloß der Herzöge nebst der Hauptkirche und zwei Klöstern trug. Der berühmteste Tempel [* 5] der Stadt war im Altertum der des Dionysos; [* 6] auf Naxos wurde die Sage von der Vermählung des Gottes mit der Ariadne lokalisiert.

Als die ältesten Bewohner gelten (vielleicht nur des Dionysoskults wegen) Thraker, dann Karer, später wanderten Ionier ein. Die Insel blühte rasch auf und brachte früh eine eigene Kunstschule hervor. In der Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. erscheint hier ein Tyrann Lygdamis; weiterhin muß Naxos der Mittelpunkt eines kleinen Reichs geworden sein, das eine Kriegsmacht von 8000 Hopliten stellte. Vorübergehend stand die Insel unter pers. Herrschaft, nach 479 schloß sie sich dem ersten attischen Seebunde an, riß sich aber los und wurde 466 v. Chr. von den Athenern wieder unterworfen.

Ägypten etc

Bild 1.209a: Ägypten etc
* 7 Ägypten.

Auch dem zweiten Seebunde Athens scheint sie angehört zu haben, nachdem hier 376 v. Chr. Chabrias einen großen Sieg über die Lakedämonier erfochten hatte. Später geriet sie zeitweise in die Gewalt von Ägypten [* 7] und Rhodus. Im Mithridatischen Kriege kam sie unter röm. Herrschaft. Seitdem hat Naxos keine selbständige Rolle gespielt, bis es 1207 durch den Venetianer Marco Sanudo erobert und zum Mittelpunkte des Herzogtums der Inseln des Ägäischen Meers gemacht wurde, das unter Herzögen erst aus dem Geschlecht Sanudo, dann aus dem Geschlecht dalle Carceri, endlich aus dem Geschlecht Crispo bis 1566 bestand, wo es durch Sultan Selim II. einem Juden, Don Joseph Nasi, überlassen wurde, nach dessen Tode (2. Aug. 1579) Naxos, wie die übrigen Inseln des Archipels, unmittelbar unter die Herrschaft der Türken kam. – Seit der Begründung des Königreichs Griechenland [* 8] gehört Naxos zu diesem und bildet mit Paros eine zur Nomarchie der Cykladen gehörige Eparchie, deren Bevölkerung [* 9] (1887) 23500 Seelen beträgt. –

Vgl.   Roß, Reisen auf den griech. Inseln des Ägäischen Meers, Bd. 1 (Stuttg. 1840);

Curtius, Naxos (Berl. 1846): E. Dugit, De insula Naxo (Par. 1867);

Miliarakis, Kykladica (neugrch., Athen [* 10] 1874);

Br. Sauer, Altnaxische Marmorkunst (ebd. 1892).