Hirzer (2781 m), Sarntaler Alpen, Südtirol
- ️Didi Hackl
Lahnerhof bei Aberstückl (1533 m) - Anteranalm (2053 m) - Hirzer (2781 m)
Charakter: Insgesamt anspruchsvolle Bergwanderung. Der Anstieg über die Anteranalm zum Hirzer erfolgt über teils steile und steinige Pfade. Das Terrain im Gipfelbereich ist zumeist brüchig und es gibt es kleinere Kraxeleien im Schrofengelände zu meistern. Hier muss auf erhöhte Steinschlaggefahr geachtet werden. Für die Besteigung des Hirzers sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.
Anfahrt: Autobahn München - Innsbruck - Brenner bis zur Ausfahrt Sterzing. Nach der Ausfahrt am Kreisverkehr links und nach Unterquerung der Autobahn gleich wieder links Richtung Penser Joch abbiegen. Über die schmale Passstraße über das Penser Joch (2211 m) und weiter über Pens nach Weißenbach fahren. 5,3 km nach Weißenbach rechts Richtung Aberstückl/Sonvigo abbiegen. Gleich nach der Brücke rechts halten und bei der folgenden Weggabelung links abbiegen (Schild "Weg Nr. 13"). Der schmalen Straße über den Kirchweiler Aberstückl bergauf folgen. Der Ausgangspunkt befindet sich in einer scharfen Rechtskehre bei der Verzweigung der Wanderwege 7 und 7A (Schilderbaum) noch unterhalb vom Lahnerhof. Hier befinden sich an der Straßenseite begrenzte Parkmöglichkeiten.
46.722219, 11.321461 (in Google Maps öffnen)
Der Hirzer ist der höchste Berg der Sarntaler Alpen und somit als Gipfelziel sehr beliebt. Die meisten Wanderer nehmen den Hirzer aus dem Passeiertal in Angriff und wählen den Weg von der Bergstation der Hirzerseilbahn über die Hirzerhütte. Mit Seilbahnunterstützung trennen einen gerade einmal 800 Höhenmeter vom Gipfelglück. Wer es gerne ruhiger hat, der beginnt seine Tour im Sarntal. Der Anstieg vom kleinen Kirchenweiler Aberstückl über die Anteranalm ist länger, dafür deutlich weniger frequentiert und zudem landschaftlich ungemein reizvoll. Der Weg führt abwechslungsreich über herrliches Almgelände und im Gipfelbereich über schrofiges Terrain, das dem Gipfelaspiranten die eine oder andere Kraxelei abverlangt. Vom höchsten Sarntaler Gipfel hat man einen fantastische Aussicht zur Ortlergruppe, zu den Ötztaler und Stubaier Alpen, zu den Zillertaler Alpen und zu den Dolomiten. Besonders schön ist der schwindelerregende Tiefblick, der über Meran bis weit in den Vinschgau hinein reicht.
Aufstieg: In der Kehre unterhalb vom Lahnerhof schlagen wir den Weg Nr. 7A Richtung Hirzer und Anteranalm ein. Wir folgen der schmalen Teerstraße in nordöstlicher Richtung bergauf und erreichen nach einem Linksbogen den Lahnerhof. Nach dem Gehöft passieren wir ein Gatter und schlagen den Karrenweg Richtung Anteranalm und Kratzberger See ein (Weg 7A). Kurz darauf vollzieht der Karrenweg einen scharfen Rechtsknick und wir passieren ein zweites Gatter. Nur drei Minuten später gelangen wir zu einer beschilderten Verzweigung. Hier verlassen wir den breiten Fahrweg nach links (Wegweiser "Hirzer, Anteranalm") und folgen einem zu Beginn undeutlichen aber gut markierten und steilen Wiesenpfad in nordwestlicher Richtung bergauf. Nach 15 Minuten erreichen wir auf einen geräumigen Lichtung einen markanten Felsbrocken.
Gleich nach dem Felsklotz wendet sich der Weg nach links und leitet uns in ein lichtes Waldstück hinein. Nach einem kurzen und moderaten Anstieg erreichen wir den grasigen Rücken des Kirchbergs. Nun wenden wir uns nach rechts und folgen der Abbruchkante eines erodierten Hangs bergauf. Am oberen Ende der abgerutschten Flanke wenden wir uns nach links und steigen in westlicher Richtung weiter bergauf. Nach einem kurzen Anstieg lehnt sich der Weg deutlich zurück. Es folgt ein längerer Quergang, der uns teilweise flach und teilweise mit nur noch moderatem Höhengewinn westwärts leitet. Nach weiteren 25 Minuten erreichen wir blockiges Gelände und wir müssen über einige Felsbrocken hinweg steigen. Wenig später erkennen wir vor uns das Gebäude der Anteranalm. Kurz vor der Anteranalm treffen wir auf den Weg Nr. 7, der von der Durralm herauf führt.
Wir wandern weiter auf die Alm zu, überqueren kurz vor der Alm den Anteranbach und spazieren links am Almgebäude vorbei. Nach der kleinen Hütte wandern wir ohne nennenswerten Höhengewinn über weites Wiesengelände in südwestlicher Richtung auf eine steile Bergflanke zu. Am Fuß der Flanke treffen wir auf einen Querweg und einen Wegweiser. Nun biegen wir rechts ab und folgen dem Fernwanderweg E5 in nordwestlicher Richtung (Wegweiser "Hirzer, Hirzerhütte"). Der Wiesenpfad leitet uns in mäßiger Steigung in einen weiten Kessel hinein. Über uns erkennen wir bereits das Gipfelkreuz des Hirzers. Hinter uns zeigen sich mit den Geislerspitzen, der Sellagruppe und dem Langkofel bereits einige prominente Vertreter der Dolomiten. Nach einer Rechtskurve überqueren wir einen kleinen Bachlauf. Im Anschluss nimmt die Steigung wieder zu und wir folgen dem bestens markierten Pfad in vielen Serpentinen bergauf.
Eine knappe halbe Stunde nach der Bachquerung führt uns der Weg in einem Rechtsbogen zu einem Feld mit kleinen Blöcken. Wir überqueren die Blöcke und passieren kurz darauf zwei weitere Bachläufe. Danach leitet uns der Weg in weiteren Serpentinen zu einer kleinen Hochfläche hinauf. Nun steuern wir auf den Schutthang unterhalb des Gipfelaufbaus zu und steigen diesen empor. Nach wenigen Minuten erreichen wir einen markanten Felsblock mit der roten Markierung "E5". Hier wendet sich der Weg nach links. Nun heißt es allerdings aufpassen: Man darf sich nicht von den Steigspuren verleiten lassen, die linkshaltend in den Hang hinein queren. Dieser Weg führt durch ungut brösliges und abschüssiges Terrain. Der offizielle Weg führt nach dem Linksknick leicht rechtshaltend die Schrofen hinauf (auf die rot-weißen Markierungen achten).
Wir steigen über einige Schrofen hinweg und erreichen kurz darauf eine Verzweigung mit einem großen Wegweiser ("Gebirgsjägersteig"). Hier treffen wir auf den Weg, der von der Hirzerhütte herauf führt. Wir wenden uns nach rechts und wandern am Fuße einer Wand über Schrofen auf das Gipfelkreuz zu. Nach der Wand wendet sich der Weg nach links und kurz darauf wiederum nach rechts. Auch hier führen Steigspuren geradeaus weiter und somit vom Gipfelkreuz weg. Wir halten uns also rechts, peilen das Gipfelkreuz an und steigen zu einer Einsattelung hinauf. Über den schmalen Kammverlauf halten wir auf die Gipfelflanke zu und queren rechts unterhalb des Gipfelkreuzes vorbei. Kurz bevor wir den Gratausläufer des Hirzers erreichen, wenden wir uns nach links und kraxeln in leichter Schrofenkletterei eine sandige Rinne hinauf. Im Anschluss steigen wir im steilen Gehgelände zum höchsten Punkt der Sarntaler Alpen empor.
Abstieg: Wie Aufstieg. Alternativ kann man am Abzweig knapp unterhalb der Anteranalm über den Weg Nr. 7 zur Durralm (1568 m, im Sommer bewirtschaftet) absteigen. Der Rückweg erfolgt dann durch das Sagbachtal über den Weg Nr. 13. Bei dieser Variante erhöht sich die Abstiegszeit um 15 Minuten.
Einkehrmöglichkeit:
Ist der Almhirte der Anteranalm (2053 m) anwesend, gibt es dort Getränke und almtypische Brotzeiten. Bei der alternativen Abstiegsvariante über den Weg Nr. 7 kommt man an der im Sommer bewirtschafteten Durralm (1568 m) vorbei.