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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer) – Wikipedia

Olympische Ringe
Sportart Leichtathletik
Disziplin Hammerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 31 Athleten aus 17 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 4. September 1972 (Qualifikation)
7. September 1972 (Finale)
Siegerweite 75,50 m Olympischer Rekord
Medaillengewinner
Anatolij Bondartschuk (URS)
Jochen Sachse (DDR)
Wassili Chmelewski (URS)
1968 1976

Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 4. und 7. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. 31 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Anatolij Bondartschuk aus der Sowjetunion. Die Silbermedaille gewann Jochen Sachse aus der DDR, Bronze ging an Wassili Chmelewski aus der Sowjetunion.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – gingen Uwe Beyer, Edwin Klein und Karl-Hans Riehm an den Start. Alle drei erreichten das Finale. Beyer wurde Vierter, Klein Siebter und Riehm Zehnter.
Neben Silbermedaillengewinner Sachse nahm Reinhard Theimer für die DDR teil. Auch er erreichte das Finale und belegte Platz dreizehn.
Der Österreicher Peter Sternad wurde im Finale Siebzehnter.
Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Weltrekord 76,40 m Walter Schmidt ( BR Deutschland) Lahr/Schwarzwald, BR Deutschland 4. September 1971[1]
Olympischer Rekord 73,36 m Gyula Zsivótzky ( Ungarn) Finale OS Mexiko-Stadt, Mexiko 17. Oktober 1968

Der sowjetische Olympiasieger Anatolij Bondartschuk verbesserte den bestehendem olympischen Rekord im Finale am 7. September mit seinem ersten Wurf um 2,14 m auf 75,50 m. Den Weltrekord verfehlte er damit um neunzig Zentimeter.

Die Athleten traten am 4. September in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an. Zwanzig von ihnen – hellblau unterlegt – erreichten die direkte Finalqualifikationsweite von 66,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern deutlich übertroffen.

Im Finale am 7. September hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmern standen anschließend weitere drei Würfe zu.

4. September, 10:30 Uhr: Qualifikation
7. September, 16:50 Uhr: Finale[2]

Datum: 4. September 1972, ab 10:30 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite
1 Reinhard Theimer  DDR 70,66 m 70,66 m
2 Wassili Chmelewski  Sowjetunion 70,00 m 70,00 m
3 Srećko Štiglić  Jugoslawien 65,52 m 69,60 m 69,60 m
4 Mario Vecchiato  Italien 68,12 m 68,12 m
5 Karl-Hans Riehm  BR Deutschland 64,44 m 67,64 m 67,64 m
6 István Encsi  Ungarn 67,38 m 67,38 m
7 Stavros Moutaftsidis  Griechenland 67,22 m 67,22 m
8 Edwin Klein  BR Deutschland 67,14 m 67,14 m
9 Takeo Sugawara Japan Japan 65,94 m 64,56 m 66,50 m 66,50 m
10 Barry Williams  Großbritannien x 66,32 m 66,32 m
11 Al Schoterman  USA 65,18 m 63,74 m 64,06 m 65,18 m
12 Stanisław Lubiejewski  Polen 60,34 m 64,80 m x 64,80 m
13 George Frenn  USA 57,28 m 62,14 m 58,86 m 62,14 m
14 Vladimir Prikhodko  Frankreich 60,80 m 61,78 m 59,58 m 61,78 m
15 Darwin Piñeyrúa  Uruguay 59,84 m x 58,50 m 59,84 m

Yoshihisa Ishida – ausgeschieden mit 63,82 m

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite
1 Anatolij Bondartschuk  Sowjetunion 72,88 m 72,88 m
2 Gyula Zsivótzky  Ungarn 71,20 m 71,20 m
3 Jochen Sachse  DDR 69,94 m 69,94 m
4 Tom Gage  USA 65,32 m 65,14 m 69,40 m 69,40 m
5 Jacques Accambray  Frankreich 68,00 m x x 68,00 m
6 Shigenobu Murofushi Japan Japan 65,94 m 67,26 m 67,26 m
7 Uwe Beyer  BR Deutschland 67,04 m x x 67,04 m
8 Peter Sternad  Österreich x 66,74 m x 66,74 m
9 Jossyp Hamskyj  Sowjetunion x x 66,72 m 66,72 m
10 Sándor Eckschmiedt  Ungarn 66,44 m 66,44 m
11 Todor Manolow  Bulgarien x x 65,62 m 65,62 m
12 Howard Payne  Großbritannien 63,58 m 64,56 m 64,10 m 64,56 m
13 Yoshihisa Ishida Japan Japan 63,00 m 63,82 m x 63,82 m
14 Georgios Georgiadis  Griechenland 63,58 m x x 63,58 m
15 William Silen  Puerto Rico x x 62,02 m 62,02 m
16 José Alberto Vallejo  Argentinien x 60,08 m x 60,08 m
DNS Jorge Núñez  Mexiko x 60,08 m x 60,08 m

Datum: 7. September 1972, 16:50 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Anatolij Bondartschuk  Sowjetunion 75,50 m OR 72,62 m 71,76 m 73,78 m 73,50 m 72,90 m 75,50 m OR
2 Jochen Sachse  DDR 71,54 m x 73,70 m 71,26 m x 74,96 m 74,96 m
3 Wassili Chmelewski  Sowjetunion 68,82 m 71,62 m 74,04 m 68,16 m x x 74,04 m
4 Uwe Beyer  BR Deutschland 70,32 m 71,52 m x 68,98 m 69,90 m x 71,52 m
5 Gyula Zsivótzky  Ungarn 71,38 m 70,44 m 70,48 m x 70,66 m 70,20 m 71,38 m
6 Sándor Eckschmiedt  Ungarn 71,20 m x 67,26 m 69,24 m 67,90 m 68,86 m 71,20 m
7 Edwin Klein  BR Deutschland 71,14 m x x 69,70 m 70,26 m x 71,14 m
8 Shigenobu Murofushi Japan Japan 69,36 m 70,88 m 70,32 m 65,70 m 69,08 m 68,54 m 70,88 m
9 Mario Vecchiato  Italien x 69,46 m 70,58 m nicht im Finale der
besten acht Werfer
70,58 m
10 Karl-Hans Riehm  BR Deutschland 70,12 m 68,98 m 69,44 m 70,12 m
11 István Encsi  Ungarn 66,32 m 69,82 m 70,06 m 70,06 m
12 Tom Gage  USA 66,94 m 69,50 m x 69,50 m
13 Reinhard Theimer  DDR x 69,16 m x 69,16 m
14 Srećko Štiglić  Jugoslawien 67,60 m 68,34 m 67,60 m 68,34 m
15 Stavros Moutaftsidis  Griechenland 68,14 m 68,30 m 67,04 m 68,30 m
16 Barry Williams  Großbritannien 68,18 m 66,56 m x 68,18 m
17 Peter Sternad  Österreich 65,60 m 65,94 m 66,64 m 66,64 m
18 Jossyp Hamskyj  Sowjetunion 66,26 m x 65,34 m 66,26 m
19 Jacques Accambray  Frankreich x 65,06 m x 65,06 m
20 Takeo Sugawara Japan Japan 55,82 m 64,56 m 64,70 m 64,70 m

Als Topfavorit galt der sowjetische Europameister von 1969, Anatolij Bondartschuk. Weitere Medaillenanwärter waren die bundesdeutschen Werfer Uwe Beyer, Europameister von 1971, und Edwin Klein, die DDR-Athleten Reinhard Theimer, Vizeeuropameister von 1971, und Jochen Sachse, der ungarische Olympiasieger von 1968 Gyula Zsivótzky sowie Wassili Chmelewski aus der UdSSR.

Im Finale warf Bondartschuk den Hammer gleich im ersten Versuch auf die neue Olympiarekordweite von 75,50 m. Diese Weite wurde im Verlauf des Wettbewerbs nicht mehr übertroffen. Dahinter ging es eng zu, zunächst mit sehr deutlichem Abstand zu Bondartschuk. Vier Werfer mit Weiten von knapp über 71 m folgten auf den nächsten Plätzen: Sachse, Zsivótzky, sein Landsmann Sándor Eckschmiedt und Klein. Im zweiten Durchgang setzte sich Chmelewski mit 71,62 m vor Sachse auf den zweiten Platz. Beyer warf 71,52 m und war damit zunächst Vierter nur zwei Zentimeter hinter Sachse. Wassili Chmelewski verbesserte sich in der dritten Runde noch einmal sehr deutlich auf 74,04 m, wurde jedoch im letzten Versuch von Jochen Sachse noch verdrängt, dem 74,96 m gelangen, was ihm die Silbermedaille einbrachte. Wassili Chmelewski blieb auf dem Bronzerang, dahinter belegten Uwe Beyer und Gyula Zsivótzky die Plätze vier und fünf.[4]

  • Olympiasieger Anatolij Bondartschuk

    Olympiasieger Anatolij Bondartschuk

  • Silbermedaillengewinner Jochen Sachse

    Silbermedaillengewinner Jochen Sachse

  • Uwe Beyer wurde Vierter

    Uwe Beyer wurde Vierter

  • Shigenobu Murofushi, hier als Kugelstoßer, belegte Rang acht

    Shigenobu Murofushi, hier als Kugelstoßer, belegte Rang acht

  1. Athletics - Progression of outdoor world records, Hammer throw – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 2. Oktober 2021.
  2. Offizieller Report 1972: Die Spiele, Band 3: Die Wettkämpfe (PDF; 28.754 KB) S. 43 (englisch, französisch, deutsch), abgerufen 2. Oktober 2021.
  3. a b Offizieller Report 1972: Die Spiele, Band 3: Die Wettkämpfe (PDF; 28.754 KB) S. 63 (englisch, französisch, deutsch), abgerufen 2. Oktober 2021.
  4. Athletics at the 1972 München: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen 2. Oktober 2021