kicker.de

Fuchs packt den Hammer aus - Mohamad bewahrt die Finke-Elf vor einer Niederlage

  • ️Fri Sep 22 2006

Freiburg und Fürth trennten sich mit einem gerechten Remis. Dabei drehten die Franken die Führung des SC in fünf turbulenten Minuten vor der Pause. Nach dem Wechsel kamen die Breisgauer zurück, konnten aber ihre Feldvorteile nur in den Ausgleich ummünzen. Die erneute Führung der Möhlmann-Elf schockte die Gastgeber, die durch Mohamads Freistoßtor Sekunden vor dem Ende dann doch noch das Unentschieden schafften.

Fürths Kokot (li.) im Luftduell gegen Freiburgs Aogo

Auf Augenhöhe: Fürths Kokot (li.) im Luftduell gegen Freiburgs Aogo. dpa

Nach dem 1:1 bei 1860 stellte Freiburgs Coach Volker Finke sein Team auf zwei Positionen um: Für Olajengbesi und Kruppke liefen Diarra und Aogo auf. Auf der anderen Seite sah Fürths Trainer Benno Möhlmann nach dem ersten Sieg (3:0 in Aue) keinen Grund, sein Team umzustellen.

Freiburg hatte in der Anfangsphase klare Vorteile, kam immer wieder gefährlich über die rechte Angriffsseite zum Zug, konnte aber das teilweise gut anzusehende Kombinations- und Flügelspiel nicht in klare Chancen ummünzen. Gegen die sichere Innenverteidigung des Gegners fehlte es wie so oft in dieser Spielzeit an der Genauigkeit und vorne an der Durchschlagskraft. Auf der Gegenseite fast die Führung der Franken mit deren erster Möglichkeit: Fuchs' Freistoß aus 20 Metern flog durch die Abwehrmauer Zentimeter links am Tor vorbei (20.).

Spieler des Spiels

Tore und Karten

1:0 Pitroipa (40')

1:1 Fuchs (41')

Schiedsrichter-Team

Dr. Jochen Drees Münster-Sarmsheim

4,5

Spielinfo
Stadion Badenova-Stadion
Zuschauer 11.500

Mitte des ersten Abschnitts nahm der Druck der Breisgauer ab, deren Spiel zu statisch und damit leicht durchschaubar wurde. Die Greuther hatten die Partie im Griff, ohne nach vorne große Akzente zu setzen. Lediglich Timm hatte eine Schusschance, doch sein Versuch geriet zu schwach (32.).

Mit vielen Unterbrechungen wegen kleinerer Fouls schien sich die Partie mühsam bis zum Pausenpfiff zu schleppen, ehe die Fans fünf verrückte Minuten erlebten: zunächst schloss Pitroipa einen schulmäßigen Konter nach Vorlage von Matmour zur Führung des SC ab (40.). Doch vom Anspiel weg der sofortige Ausgleich, als Fuchs vor dem Strafraum zwei Freiburger austanzte und aus 22 Metern halbhoch ins rechte Eck hämmerte (41.). Damit nicht genug: Der gleiche Akteur jagte den Ball fast von der gleichen Position wieder unhaltbar für SC-Keeper Walke unter die Latte (44.). Mavric schließlich verhinderte gegen Torschütze Pitroipa Sekunden vor dem Kabinengang mit Glanzparade den Ausgleich.

Unverändert begannen beide Teams Durchgang zwei. Begleitet von den Pfiffen der eigenen Anhänger wirkte der SC zunächst verunsichert. Nach knapp zehn Minuten aber fing sich die Finke-Elf, die den Druck nun erhöhte. Folgerichtig gelang Mohamad nach toller Flanke von Matmour per Kopf der Ausgleich (55.).

Youssef Mohamad

1 + 1 = 2: Youssef Mohamad präsentiert die einfache Rechnung seiner Torerfolge. dpa

Der SC hatte nun deutlich Oberwasser, Matmour konnte dies nicht nutzen (58.). Hektik kam auf, garniert mit der Gelben Karte von Heißsporn Mohamad. Fürth spielte verhalten, blieb aber gefährlich: Lanig köpfte aufs Tornetz (63.). Im weiteren Verlauf hatten die Breisgauer optische Vorteile, es fehlte aber im gegnerischen Strafraum weiterhin das Durchsetzungsvermögen.

Auf der Gegenseite zeigten die Franken Konsequenz im Ausnutzen ihrer Torchancen. Verantwortlich dafür waren die beiden Abwehrriesen Mijatovic und Kleine; Der Kapitän der Gäste nutzte eine Kopfballvorlage des Kroaten aus kurzer Distanz zur erneuten Führung (76.).

Freiburg danach mit frischen Kräften und dem Mute der Verzweiflung, doch ohne Chancen. Fürth wähnte sich schon am Ziel, ehe Judt Sekunden vor Schluss Pitroipa vor dem Strafraum festhielt und wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte sah. Mohamad knallte den fälligen Freistoß aus 18 Metern zum in dieser Phase zwar glücklichen, aber insgesamt gerechten Ausgleich in den rechten Winkel.

Fürth meldet sich mit vier Auswärtszählern aus zwei Partien zurück und kann nun gegen Burghausen nachlegen. Freiburg nimmt in der nächsten Woche in Aue einen erneuten Anlauf, den ersten "Dreier" einzufahren.